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Erdkrötengetöse am Georgsteich

Erdkrötengetöse am Georgsteich

Foto: Franz Grawe

Erdkrötengetöse am Georgsteich

 

Forstamt Kirchhain und Landkreis Marburg-Biedenkopf haben erfolgreich Lebensraum für Amphibien saniert

Zum Tag des Artenschutzes 2017 weist das Forstamt Kirchhain auf das Vorkommen zahlreicher Erdkröten am sanierten Georgsteich zwischen Hatzbach und Speckswinkel hin.
Das bekannte Gewässer in der Nähe der „Wolfsmühle“ war in die Jahre gekommen. „Der Damm war undicht, der Teich verlor sein Wasser und glich eher einem Rinnsal“, so der stellvertretende Forstamtsleiter Sommer. Um das Gebiet wieder attraktiv für Amphibien und insbesondere die Erdkröte zu machen, ließ das Forstamt Kirchhain zusammen mit der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises Marburg im Herbst 2014 den Damm reparieren und baute zudem einen neuen Mönch ein. Schon im letzten Frühjahr war bereits ein deutlicher Erfolg zu sehen. Das wiederentstandene Biotop wurde von hunderten von laichenden Erdkröten besiedelt, deren Rufe weithin zu hören waren. Auch in diesem Frühjahr rechnet das Forstamt wieder mit einer großen Zahl dieser interessanten Tiere.

Der Tag des Artenschutzes
Der Tag des Artenschutzes wurde im Jahre 1973 ins Leben gerufen und findet jährlich am 3. März statt. Durch gezielte Aktionen und Berichte wird an diesem Tag auf seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten hingewiesen, um langfristig deren Lebensräume zu erhalten und ihren Fortbestand zu sichern.
So steht die Erdkröte stellvertretend auch für den Lebensraum der Fließ- und Stillgewässer. Gerade der Georgsteich bietet eine Fülle dieser seltenen Standorte. „Neben ausgedehnten Erlenbeständen entlang des Fließgewässers finden sich im Oberlauf die im Landkreis seltenen Niedermoorbereiche mit botanischen Raritäten wie Torfmoos und Wollgras“, so der stellvertretende Forstamtsleiter. Da nicht auszuschließen ist, dass die Erdkröten auch die Landstraße zwischen Hatzbach und Speckswinkel queren, bittet Herr Sommer alle Autofahrer darum in der Dämmerung in diesem Bereich besonders vorsichtig zu fahren.

Über die Erdkröte
Die Erdkröte gehört zu einer der häufigsten Amphibienarten in Europa. Sie ist laut Bundesnaturschutzgesetz und der Bundesartenschutzverordnung als „besonders geschützt“ eingestuft und darf somit weder gefangen noch verletzt oder getötet werden.
Die Erdkröte ist an ihrer bräunlichen Rückenfärbung und der Vielzahl an Warzen zu erkennen. Außerdem zählt sie mit einer Größe von bis zu 11 cm zu einer der größten Amphibienarten. Wenn im März die Frostperiode endet, begibt sich die Erdkröte auf Wanderschaft, um in einem Gewässer zu laichen. Das Weibchen laicht sog. Laichschnüre ab, die etwa 3.000 bis 6.000 Eier enthalten können. Der Grasforsch als eine weitere häufig vorkommende Art hingegen, gibt seine Eier in Form von Laichballen ab. Häufig kommen die Erdkröten schon als Krötenpaar zu einem Laichgewässer. Das lässt sich daran erkennen, wenn ein Weibchen das Männchen während der Wanderschaft auf dem Rücken trägt.

Zur Beantwortung von Fragen und weitere Informationen steht Ihnen Herr Sommer (Tel. Nr. 06422 - 942722) und Herr Wegener (Tel. Nr. 06422 – 942712) vom Forstamt Kirchhain gern zur Verfügung.