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Neustädter Umweltwoche 2017 – Teil I

Neustädter Umweltwoche 2017 - Teil I

Neustädter Umweltwoche 2017 – Teil I

 


„Wer Großes bewegen will, muss im Kleinen beginnen…“
Nach fast zwanzig Jahren fand vom 8.-13. Mai 2017 wieder eine Neustädter Umweltwoche statt. Die Kommune wurde dabei von zahlreichen Kooperationspartnern unterstützt. Gemeinsam organisierte man insgesamt vierzehn Veranstaltungen, die sowohl Kindergarten- und Schulkinder als auch Erwachsene ansprechen sollten.
Zur Eröffnung konnte Bürgermeister Thomas Groll am Montagmorgen im Sitzungssaal des Rathauses neben örtlichen Kommunalpolitikern, Behörden-, Verbands- und Vereinsvertretern auch den Ersten Kreisbeigeordneten Marian Zachow begrüßen.
Der Bürgermeister verwies in seinen einleitenden Worten darauf, dass man gute Aktionen, ähnlich wie eine Pflanze oder ein Haus immer von „unten nach oben“ aufbauen müsse. Die Vereinten Nationen und zahlreiche Staaten hätten zwar einen „Tag der Umwelt“ ausgerufen, wer aber, wenn nicht die Kommunen und Vereine vor Ort, sollten einen solchen zunächst einmal rein symbolischen Akt tatsächlich mit Leben erfüllen, lautete Grolls Feststellung. „Wer Großes bewegen will, der muss eben im Kleinen beginnen“, so Thomas Groll. Er verwies darauf, dass es die Stadt Neustadt (Hessen) aber nicht nur bei der Neustädter Umweltwoche belasse, sondern dass im städtischen Haushalt 2017 erhebliche Gelder für Naturschutzvorhaben – „Neustädter Naturportal“, Gewässerrenaturierung im Bereich der Wiera, Wacholderweide Mengsberg – vorgesehen seien. Auch der gute Kontakt mit Umweltinitiativen vor Ort, die immer wieder von der Kommune unterstützt werden, sei wichtig und solle natürlich eine Fortsetzung erfahren.
Erster Kreisbeigeordneter Marian Zachow dankte der Stadt Neustadt (Hessen) für ihr Engagement im Bereich des Umweltschutzes. „Man muss Lust machen auf ökologische Zusammenhänge. Dies erreicht man nicht mit dem erhobenen Zeigefinger, sondern mit einem attraktiven und informativen Programm wie bei der Neustädter Umweltwoche“, stellte Zachow heraus. Er fand es erfreulich, dass sich neben anderen auch der Landkreis Marburg-Biedenkopf aktiv in die Veranstaltungsreihe einbringe. Auch Marian Zachow betonte, dass „der Ball im Spielfeld der Landkreise, Städte und Gemeinden liege“. Er selbst sei zwar 2016 auf einer Umweltkonferenz in Paris gewesen, um sich mit Experten aus vielen Ländern auszutauschen, aber Erfolge werde man nur dann erreichen, wenn man möglichst viele einbeziehe und überzeuge. Dies müsse unweigerlich auf der untersten Ebene beginnen.
Mit Apfelsaft und Apfelcidre der Speckswinkler Kelterei „Matsch und Brei“ stieß man auf ein gutes Gelingen der Neustädter Umweltwoche 2017 an.
Am 8.5. trafen sich die Vorschüler der Kindertagesstätten „Sonnenschein“, „Regenbogen!“ (beide aus Neustadt) und „Arche Noah“ (Momberg-Mengsberg) gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Groll und Ersten Stadtrat Wolfram Ellenberg im „Haus der Begegnung“. Dort führte die Marburger Theatergruppe „Immer dem Schnabel nach“ das Theaterstück „Immer dem Nordwind nach“ auf. Die Schauspieler befassten sich auf kindgerechte Weise mit den Themen Klimaschutz und Energiesparen und gaben den Kleinen so manchen Tipp mit auf dem Heimweg. Kinder, so Bürgermeister Thomas Groll, seien die besten Multiplikatoren. Wenn sie etwas als wichtig erachten, dann brächten sie es bei Eltern und Großeltern zur Sprache.
Am Montagnachmittag trafen sich rund zwanzig Interessierte aus Neustadt und der Umgebung mit Gebietsbetreuerin Heike Wagner vom Landkreis und dem Schmetterlingsexperten Alexander Wenzel im Otterbachtal. Beide führten durch eine wirklich beeindruckende Landschaft, erläuterten die Schutzziele dieses FFH-Gebietes (Fauna-Flora-Habitat) und stellten den Wiesenknopf-Ameisenbläuling vor. Das Vorkommen dieses seltenen Schmetterlings ist der Hauptgrund für die Unterschutzstellung dieses Gemarkungsteils. Die „Neustädter Mühlenschäfer“ – Stephan Metz, Jörg Formella und Michael Kleiner – stellen sich ebenfalls näher vor. Ihre Herde besteht mittlerweile aus rund vierzig Tieren unterschiedlicher Rassen. Sie bewirtschaften private und kommunale Flächen im Otterbachtal. Die Tiere werden dort auch zur Landschaftspflege eingesetzt. Beispielsweise fressen sie den Riesenbärenklau, der sich in diesem Gebiet ausgebreitet hatte. Die „Neustädter Mühlenschäfer“ betreiben auch Direktvermarktung. Sie sagten Bürgermeister Groll zu, sich am 8. September beim „Direktvermarktertag“ im Rahmen der Innenstadt-Offensive „Ab in die Mitte“ auf dem Neustädter Marktplatz beteiligen.
Zum Abschluss des ersten Tages der Umweltwoche referierte im Momberger Wirtshaus auf Einladung der dortigen Umwelt- und Naturschutzgruppe Uwe Krüger von der Untereren Naturschutzbehörde des Landkreises über das Thema „Der Feldhase – vom Fruchtbarkeitssymbol zur Tierart der Roten Liste“. Die Teilnehmer, darunter Stadtrat Karl-Eugen Ramb, erfuhren viel Wissenswertes über das Tier des Jahres 2015.
Am 9.5. hieß es zunächst „Lernort Natur“. Bei der Mengsberger Eisermühle führte „Energiecoach“ Erich Weber gemeinsam mit Kindern, Eltern und Großeltern Experimente rund um Holz und Wasser durch. Gemeinsam mit Bürgermeister Thomas Groll, Ortsvorsteher Karlheinz Kurz und Grundschulleiterin Regina Kirchner pflanzte man zur Erinnerung an die Umweltwoche 2017 zudem eine Eiche. Kooperationspartner war hier der Heimat- und Verschönerungsverein Mengsberg.
Weiterhin informierte am zweiten Tag Hans-Jürgen Borneis von der Hessischen Gartenakademie aus Kassel über „Rasenanlage und Rasenpflege“. Dieser Vortag im „Haus der Vereine“ mit zahlreichen Hinweisen für den richtigen Umgang mit Moos, Algen und Unkräutern hätte mehr Zuspruch verdient gehabt. Der Referent befasste sich u.a. auch mit der Düngung des Rasens und den Anforderungen an Rasensaatgut.
Am Mittwoch öffnete zunächst der Zweckverband Mittelhessische Abwasserwerke die Türen der Neustädter Kläranlage. Betriebsstellenleiter Wolfram Streichert führte neben einer Klasse der Grundschule Mengsberg-Momberg im Verlauf des Vormittags weitere Interessierte durch die Anlage. Nachdem er anhand des Schaltplans zunächst die einzelnen Schritte des Klärprozesses erläutert hatte, bestand die Möglichkeit sich diese direkt anzusehen.
Am späten Nachmittag des 10.5. führte dann Dr. Norbert Clement informativ und humorvoll über die von der Umwelt- und Naturschutzgruppe Momberg bewirtschaftete Streuobstwiese an der Speckswinkler Straße. Der Mitarbeiter des Landkreises ist „der“ Apfelexperte der Region. Die Teilnehmer erfuhren viel Wissenswertes über die heimischen Apfelsorte