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Neustadt (Hessen) erinnert an schweres Zugunglück im Jahr 1997

Neustadt erinnert an schweres Zugunglück im jahre 1997

Neustadt (Hessen) erinnert an schweres Zugunglück im Jahr 1997

 

Am 5. Juli 1997 ereignete sich ein schweres Zugunglück in Neustadt (Hessen).

Seinerzeit berichtete die „Oberhessische Presse“ mit einem Extra-Blatt. Nachfolgend Auszüge hieraus:

„Sechs überwiegend junge Leute sind heute Morgen beim bisher schwersten Zugunglück in Hessen in Neustadt ums Leben gekommen. Weitere dreizehn Fahrgäste wurden verletzt, als sich ein 13,5 m langes Metallrohr von einem Güterzug löste, in den entgegenkommenden Regionalexpress bohrte und den letzten Wagen des Doppelstockzuges der Länge nach aufschlitzte.

Unter den Toten waren nach Auskunft der Polizei zwei Frauen aus Schweden und Ghana, ein junges Paar aus Berlin und zwei junge Männer aus Gießen. Wegen der günstigen Wochenendtickets der Deutschen Bahn war der Regionalexpress von Frankfurt nach Kassel mit rund 300 Passagieren gut besetzt.

Der Güterzug von Hannover nach Kornwestheim hatte Metallrohre für Erdleitungen geladen, von denen sich fünf gegen 8.30 Uhr aus zunächst unbekannter Ursache gelöst hatten. Drei der zwischen 10,5 und 13,5 m langen Rohre mit einem Durchmessen von 1,2 Meter schossen in Höhe der Waldschule den Bahndamm hinab auf einen Parkplatz, wo Stein- und Erdbrocken mehrere Meter weit bis zu den gegenüberliegenden Häusern flogen. Die Schwerverletzten wurden in Kliniken von Marburg bis Fulda transportiert. Mitglieder des Neustädter Fußballvereines VfL, die kurz hinter der Unglücksstelle auf einen Ausflugbus warteten, leisteten Erste Hilfe und verständigten die Rettungsdienste. Die Unfallstelle blieb den ganzen Tag über gesperrt. Der Unglückszug selbst konnte erst kurz nach 16.00 Uhr beiseite geräumt werden.“

Am 5. Juli 2017 erinnerte die Stadt Neustadt (Hessen) nun an dieses schwere Zugunglück. Gemeinsam mit Dr. Klaus Vornhusen, dem Konzernbeauftragten der Deutschen Bahn AG für Hessen, enthüllte Bürgermeister Thomas Groll einen Gedenkstein. Auf diesem ist eine Tafel angebracht, die über das damalige Geschehen berichtet. An der Feierstunde nahmen neben Stadtverordnetenvorsteher Franz-W. Michels und weiteren Kommunalpolitikern auch u. a. Bürgermeister a. D. Manfred Hoim, der damalige Ordnungsamtsleiter Norbert Gies, Stadtbrandinspektor Erhard Wölk und Wehrführer Wolfram Streichert teil, die damals in das Geschehen involviert waren.

Anwesend war auch der Momberger Gerhard Stark, seinerzeit Lokführer des Personenzuges. Er schilderte anschaulich die Geschehnisse des 05. Juli 1997.

Bürgermeister Thomas Groll betonte, dass man mit der Gedenktafel an die Geschehnisse des Jahres 1997 erinnern wolle. Zugleich versteht er sie als ein Zeichen der Anerkennung für die damaligen Helfer, die sich mit großer Verantwortung einer unverhofften Aufgabe gestellt hätten. In diesem Zusammenhang nannte Groll Dr. Hans-Reinhard Ritter, der seinerzeit Notdienst hatte und als erster Arzt vor Ort war, die Freiwillige Feuerwehr und die Fußballer des VfL.

Dr. Klaus Vornhusen fand ebenfalls Worte des Gedenkens und dankte der Kommune für ihre Initiative, die auf eine Anregung des Stadtverordneten Mario Gräser zurückgeht. Auch der DB-Vertreter hob die große Hilfsbereitschaft am Unglückstag hervor. Er habe sich hierüber im Archiv informiert.