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39. „Neustadt-Treffen“ 2017 1.000 Neustädter trafen sich in der bayerischen Puppenstadt Neustadt b. Coburg

39. Neustadttreffen in Neustadt bei coburg

39. „Neustadt-Treffen“ 2017
1.000 Neustädter trafen sich in der bayerischen Puppenstadt Neustadt b. Coburg

 

Die Arbeitsgemeinschaft „Neustadt in Europa“ wurde 1979 in Bad Neustadt/Saale ins Leben gerufen und hat sich in den vergangenen vier Jahrzehnten zur größten Städtefreundschaft des Kontinents entwickelt. Mittlerweile gehören dem Zusammenschluss 37 Neustädte aus Deutschland, den Niederlanden, Österreich, Polen, der Slowakei, Tschechien und Ungarn an. Über dreißig dieser Städte und Gemeinden waren beim 39. „Neustadt-Treffen“ im oberfränkischen Neustadt b. Coburg vertreten, welches vom 21.-23. Juli 2017 stattfand. Die Gastgeber feierten an diesem Wochenende zudem das traditionelle Kinderfest, welches eine über 450jährige Geschichte aufweist.
Eine der größten Bürgerdelegationen stellte auch in diesem Jahr wieder Neustadt (Hessen). Ortsvorsteher Klaus Groll hatte erneut eine Busfahrt organisiert, eine Gruppe des Radfahrervereins legte die über 250 km mit dem „Drahtesel“ zurück und einige fuhren zudem mit dem Pkw vom Junker-Hansen-Turm ins Coburger Land, um beim „Neustadt-Treffen“ dabei zu sein.
Am Freitagabend eröffnete Oberbürgermeister Frank Rebhan in der „Frankenhalle“ das diesjährige „Familientreffen“ der Arbeitsgemeinschaft. Es schloss sich ein Festabend mit über 1.000 Neustädtern aus Europa an. Höhepunkt hierbei war der umjubelte Auftritt von Sambatänzerinnen. Auf dem Marktplatz fand eine „Neifeier“ mit Livemusik und einer Feuershow statt. Bereits an diesem Abend konnten alte Bekanntschaften gepflegt und neue geschlossen werden. In der gesamten Innenstadt herrschte eine gute Stimmung. Die Gastgeber präsentierten ihre Kommune von der besten Seite.
Am Samstag gab es zunächst zahlreiche Besichtigungsmöglichkeiten in und um Neustadt b. Coburg. Der „Neustadt-Express“ steuerte das Museum der Deutschen Spielzeugindustrie und den Freizeitpark „Villeneuve-sur-Lot (benannt nach der französischen Partnerstadt) an. Auch die Bildungsstätte „Innerdeutsche Grenze“, diese verlief einstmals zwischen den „Puppen- und Spielzeugstädten“ Neustadt b. Coburg und Sonneber, und der Prinzregententurm auf dem Muppberg konnten besucht werden.
Im Rathaus fand ab 10.00 Uhr die „Bürgermeisterrunde“ statt. Neustadt (Hessen) wurde durch Bürgermeister Thomas Groll und Ersten Stadtrat Wolfram Ellenberg vertreten. Alljährlich wird unter den „Neustadt-Botschaftern“ des Vorjahres eine Reise verlost. Diesmal durfte sich Tim Wagner aus Neustadt (Hessen) über ein Wochenende in Neustadt b. Coburg freuen. „Neustadt-Botschafter“ wird, wer mindestens zehn Neustädte besucht hat. Aus Neustadt (Hessen) gehören 43 Damen und Herren zum „Diplomatischen Corps“. Die Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Petra Biber berichtete im Verlauf der Tagung auch über das „Neustadt-Treffen der Biere“, welches die Historische Bürgerwehr der Junker-Hansen-Stadt am 26. August zum fünften Male veranstaltet und Bürgermeister Thomas Groll lud alle Neustädter herzlich dazu ein.
2018 gibt es für die feierfreudigen Neustädter übrigens zwei Gelegenheiten zum Wiedersehen: Das 40. Neustadt-Treffen findet vom 1.-3. Juni im polnischen Nowe Miasta nad Pilica statt und Neustadt a.d. Waldnaab lädt Mitte Juli zur 800. Jahrfeier ein.
Bevor der große Festumzug anlässlich des Kinderfestes begann bestand die Möglichkeit, sich rings um den Marktplatz zu stärken, sich auf der „Neustadt-Meile“ über verschiedene Neustädte zu informieren oder sich Tanz- und Musikvorführungen auf vier in der Innenstadt verteilten Bühnen anzusehen.
Am frühen Nachmittag zog ein bunter Umzug durch die Straßen der Gastgeberkommune. Neben über fünfzig Kindergartengruppen und Schulklassen mit 1.200 Kindern und Jugendlichen beteiligten sich 19 (!) Kapellen und die Delegationen der Neustädte. Der Festzug wies eine Länge von 1,2 km auf. Die örtlichen Gruppen hatten sich thematisch mit den Besonderheiten ihrer Gäste auseinandergesetzt. Eine Schulklasse hatte daher den Junker-Hansen-Turm nachgebaut. Die Gruppe aus Neustadt (Hessen) wurde von Junker Hans Jakob Gnau und den Burgfräulein Marie Geus und Julia Schmidt angeführt. Ihnen folgten Bürgermeister Thomas Groll, Stadtverordnetenvorsteher Franz-W. Michels, Erster Stadtrat Wolfram Ellenberg und Ortsvorsteher Klaus Groll. Natürlich waren auch die Historische Bürgerwehr mit Hauptmann Andreas Gnau und die Biedermeierdamen mit dabei und auch die Radfahrer traten nochmals in die Pedale. „Die Hessen“ erhielten viel Applaus von den Zuschauern. Mehrere Tausend hatten sich am Straßenrand eingefunden.
Nach der Auflösung des Festzuges setzte sich das Programm bis in die späten Abendstunden hinein fort. Am Sonntag fand zunächst ein ökumenischer Gottesdienst statt. Anschließend gab es Musik, Show und Unterhaltung rund um den Marktplatz.
Das 39. Neustadt-Treffen, so die Meinung der Teilnehmer aus dem hessischen Neustadt war eine gelungene Veranstaltung. Anders als in einigen der Vorjahre fristete das „Neustadt-Treffen“ kein „Schattendasein“ neben einem örtlichen Jubiläum oder Traditionsfest, sondern hatte einen eigenen Stellenwert und war im Stadtbild deutlich sichtbar.
Welches Neustadt man 2018 mit einer „Bürgerfahrt“ ansteuern wird, lies Ortsvorsteher Klaus Groll noch offen. „Neustadt in Polen“ ist über 1.000 km entfernt, zu Neustadt a. d. Waldnaab bestehen schon seit Anfang der 1980er Jahre gute Verbindungen. Man werde intern beraten und dann die örtlichen Freunde der „Neustadt-in-Europa“-Bewegung rechtzeitig über die Pläne informieren, so Groll.