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Der ländliche Raum muss attraktiver Lebensraum bleiben. Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt besuchte „Golddorf“ Mengsberg

Der ländliche Raum muss attraktiver Lebensraum bleiben

Der ländliche Raum muss attraktiver Lebensraum bleiben.
Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt besuchte „Golddorf“ Mengsberg

 

„Wenn ich 2014 nach Mengsberg gekommen wäre, dann hättet ihr mich bei den vielen Siegesfeiern doch gar nicht wahrgenommen“, auf humorvolle Weise konterte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt die Bemerkung von Ortsvorsteher Karlheinz Kurz, dass seit der Einladung an ihn zu einem Besuch im „Golddorf“ über drei Jahre verstrichen seien. Seinerzeit hatten der Ortsvorsteher und Neustadts Bürgermeister Thomas Groll den CSU-Politiker nämlich bei einem Empfang des Bundespräsidenten für die Sieger des Bundeswettbewerbs „Unser Dorf hat Zukunft“ im Berliner Schloss Bellevue erstmals getroffen und zu einem Besuch nach Mengsberg eingeladen. Dass dieser nun tatsächlich zustande kam, war dem „Nachhaken“ des Bundestagsabgeordneten Dr. Stefan Heck zu verdanken. „Zudem kann ich jetzt schauen, was aus euren damaligen Ideen geworden ist“, so der Bundesminister lachend.
Christian Schmidt hatte zwar aufgrund seines engen Zeitplanes nur knapp 100 Minuten Zeit für seine Stippvisite, zeigte sich aber am Geschehen vor Ort interessiert, stellte Fragen und nahm sich Zeit für das ein oder andere kurze Gespräch.
Begrüßt wurde er auf dem traditionsreichen „Lindenplatz“ von über sechzig Bürgerinnen und Bürgern und der Mundharmonika-Gruppe. Die „Oldies“ um den fast neunzigjährigen Heinrich Waldmann gaben das „Mengsberger Lied“ zum besten, für dass sich der Minister herzlich bedankte.
Ortsvorsteher Karlheinz Kurz hieß den Gast aus Berlin ebenso willkommen wie den Bundestagsabgeordneten Dr. Stefan Heck. Er stellte kurz die Aktivitäten der Jahre 2011-2014 mit dem Erfolg beim Bundeswettbewerb und der Silbermedaille beim Europäischen Dorferneuerungspreis als Höhepunkt dar. Hierbei unterbrach ihn ein gut gelaunter Christian Schmidt und betonte, dass er zwar ein Duplikat der Goldmedaille auf dem „Lindenplatz“ sehe, aber die europäische Auszeichnung vermisse. „Da gab es nichts“, antworte der Ortsvorsteher trocken und erhielt postwendend die Zusage des Ministers „den Mengsbergern etwas Passendes zukommen zu lassen“.
Cira Kuntz und Emilia Seitz begrüßten Christian Schmidt anschließend gekonnt auf Platt und überreichten ihm einen Korb mit Bauernbrot und Wurst.
„Dankbar rückwärts – mutig vorwärts“, mit diesen Worten von Franz-Josef Strauß begrüßte Bürgermeister Thomas Groll den prominenten Gast. Die Mengsberger könnten voller Stolz auf das in Gemeinsamkeit Erreichte zurückblicken und würden sich nun mutig neuen Herausforderungen stellen.
Mit Klängen der Mundharmonika-Gruppe im Ohr verließ man den “Lindenplatz“ und steuerte das Freizeitzentrum an. Auf dem Parkplatz ist hier inzwischen der „Monte Energie“ erwachsen, wie die Mengsberger scherzhaft den aufgrund der Arbeiten für das Nahwärmenetz anfallenden und dort vorübergehend gelagerten Aushub inzwischen nennen. Dies war der passende Ort, um den Minister über das Bioenergiedorf Mangsberg zu informieren. Kurz, knapp und präzise wurde dies von Thorsten Samsa übernommen.
Vor der Grillhütte konnte sich der Landwirtschaftsminister anhand von Schautafeln über die Mengsberger Zukunftsthemen informieren.
Nach einleitenden Worten des Bürgermeisters und einem Grußwort von Dr. Stefan Heck, der den Mengsbergern für ihr vielfältiges ehrenamtliches Engagement dankte, ergriff Christian Schmidt das Wort. Einleitend stellte er fest, dass er in dreißig Minuten einen sehr guten Eindruck von Mengsberg gewonnen habe. „Es ist ja so, dass man in wenigen Minuten merkt, ob etwas passt oder nicht. Bei Euch passt es, ihr lebt das, was ihr in den Wettbewerben dargestellt habt“. Schmidt brach eine Lanze für den ländlichen Raum. Dieser verdiene die Unterstützung der Politik in besonderer Weise. Ein Land könne nicht nur aus Ballungszentren bestehen. Kurz skizzierte er die vielfältigen Aktivitäten seines Ministeriums für Entwicklungschancen in den Dörfern und kleineren Städten.
Auf Bitten des Bürgermeisters trug er sich in das Goldene Buch ein und suchte bei einer kräftigen Gulaschsuppe, zubereitet von den rührigen Damen des Frauenstammtisches, das Gespräch mit Mengsbergern.
Zum Besuch des Bundeslandwirtschaftsministers gehört natürlich auch ein Wort des Berufsstandes und so stellte zum Abschluss des offiziellen Teiles die Vorsitzende des Kreisbauernverbandes Marburg-Kirchhain-Biedenkopf Karin Lölkes, die gemeinsam mit Kreislandwirt Frank Staubitz gekommen war, Christian Schmidt die Landwirtschaft im Landkreis Marburg-Biedenkopf vor. Sie dankte ihm für die in den letzten Jahren gewährte Unterstützung seitens der Bundesregierung und bat auch zukünftig um Hilfe gerade für die Milchbauern. Von Verbrauchern und Medien erbat sie sich einen fairen Umgang mit den Bauern.
Abschließend dankte Bürgermeister Thomas Groll Bundesminister Christian Schmidt für sein Kommen. Man werte dies als Anerkennung für bisher Geleistetes und Ansporn für die Zukunft. In Mengsberg, so Groll, seien ebenso wie in der Kernstadt und den anderen Stadtteilen viele ehrenamtlich aktiv, dafür sei er als Bürgermeister dankbar. Ein besonderes „Dankeschön“ wolle er aber einmal Ortsvorsteher Karlheinz Kurz sagen, denn er als „Motor“ der Mengsberger Entwicklung bezeichnete. Dieser betonte anschließend, dass er dabei stets auf die tatkräftige Hilfe der Dorfgemeinschaft zählen konnte und hier natürlich auf eine Fortsetzung hoffe.
Der Besuch eines Bundesminister – für Mengsberg wird es sicher ein denkwürdiger Tag bleiben.