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Die Sanierung des Historischen Rathauses beginnt Kommune verausgabt 200.000 Euro – 50.000 Euro Zuschuss vom Land

Sanierung Historisches Rathaus beginnt

Foto: Florian Lerchbacher

Die Sanierung des Historischen Rathauses beginnt
Kommune verausgabt 200.000 Euro – 50.000 Euro Zuschuss vom Land

 


Ende Juli wurde das Historische Rathaus eingerüstet. Danach begonnen die umfangreichen Sanierungsarbeiten an dem Gebäude. Im letzten Jahr hatte sich bei routinemäßigen Unterhaltungsarbeiten herausgestellt, dass zahlreiche Gefache schadhaft sind und auch der Austausch einiger Balken angezeigt ist. Im Rahmen eines Pressegespräches erläuterten Bürgermeister Thomas Groll und Architekt Helmut Schmidt aus Marburg/L. das Vorhaben sowie den Kosten- und Bauzeitenplan. Architekt Schmidt verwies dabei darauf, dass in einem ersten Schritt schadhafte Gefache entfernt würden. Ziel sei es natürlich, so viele Gefache wie möglich zu erhalten. Ab Anfang August 2017 sei dann vorgesehen, mittels Niederdruckstrahlverfahrens die Acrylfarbe vom Holz zu entfernen und dann mit den Sanierungsarbeiten zu beginnen. Er geht davon aus, dass die Außenarbeiten bei „normalen Verlauf“ Ende Oktober 2017 abgeschlossen sein werden. Die sich daran anschließenden Innenarbeiten, vorrangig Putzarbeiten, sollen bis zum Jahresende durchgeführt sein. Aufgrund der im Vorfeld durchgeführten Schadenskartierung habe man die Hoffnung, keine „großen Überraschungen“ zu erleben, so Bürgermeister Thomas Groll. Er verwies allerdings darauf, dass man gerade bei historischen Gebäuden nie davor gefeit sei. Als Kostenrahmen nannte er 200.000 Euro Bruttobaukosten. Die durchgeführte Ausschreibung sei eine „Punktlandung“ gewesen. Erfreulicherweise hätten sich genügend Firmen beworben und auch die Preise seien „im Rahmen“ gewesen. Groll hob hervor, dass die Arbeiten im Wesentlichen von örtlichen bzw. regionalen Unternehmen durchgeführt werden. Das Historische Rathaus wurde 1987 bis 1989 grundlegend saniert. Die damaligen Anstriche, die der seinerzeit bekannten fachlichen Praxis entsprachen, hätten sich im Laufe der Jahrzehnte als nicht diffusionsoffen und damit nicht genügend holzverträglich erwiesen. Zudem sei es möglich, dass die Gefache vor fast dreißig Jahren zu schnell getrocknet seien und damit die Schäden grundgelegt wurden, die nun erst zu Tage getreten seien. Architekt Schmidt riet der Kommune beim Vor-Ort-Termin dazu, das Holz nun mit Leinöl zu streichen. Dieses mache zwar nach zehn bis fünfzehn Jahren einen erneuten Anstrich erforderlich, sei aber für das Holz wesentlich gesünder. Bürgermeister Thomas Groll pflichtete dieser Auffassung bei. „Unsere „historischen Gebäude kosten viel Geld. Gleichwohl sind sie die Visitenkarte der Kommune und wir sollten alles daran setzen, diese mit der Geschichte Neustadts verbundenen Objekte zu erhalten“, so der Bürgermeister. Thomas Groll verwies darauf, dass einschließlich der nun beginnenden Rathaussanierung in den vergangenen zehn Jahren fast eine Million Euro in Unterhalt und Sanierung von historischen Gebäuden wie dem Rathaus und den Rathausdächern, dem „Haus der Vereine“ oder dem Backhaus in Momberg (hier bloße Sanierungsmaßnahme, da ein Abriss abgelehnt wurde) geflossen seien. Für 2017 sind noch Arbeiten an einem Unterzug im „Haus der Vereine“ (ehemals Schwesternhaus) und dem Zollhof (Fenster und Fassade) geplant.

Bürgermeister Thomas Groll nutzte die Gelegenheit, sich beim Landesamt für Denkmalpflege dafür zu bedanken, dass die Sanierung des Historischen Rathauses von dort mit einem Betrag von bis zu 50.000 Euro unterstützt werde. Ursprünglich hatte man im Haushalt 2017 hier nur mit 20.000 Euro gerechnet.