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Kommunale Seniorenarbeit Infomesse „Alt werden in Neustadt“ – Vorstellung der Kernaussagen des Altenhilfekonzepts

Infomesse Alt werden in Neustadt

Kommunale Seniorenarbeit

Infomesse „Alt werden in Neustadt“ – Vorstellung der Kernaussagen des Altenhilfekonzepts

 

Mit finanzieller Unterstützung des Landkreises Marburg-Biedenkopf erstellt die Stadt Neustadt (Hessen) gegenwärtig als erste Kommune im Kreisgebiet ein Altenhilfekonzept nach den neuen seniorenpolitischen Leitlinien. Wichtig bei diesem Prozess ist den Verantwortlichen die Einbeziehung der Generation 60plus, pflegender Angehöriger und ehrenamtlich in der Seniorenarbeit Tätiger.
Aus diesem Grunde fand am 16. August 2017 eine rund dreistündige Veranstaltung im „Haus der Begegnung“ statt. Diese bestand aus zwei Teilen. Zunächst waren alle Interessierten zu einer Infomesse „Alt werden in Neustadt“ eingeladen. 15 Aussteller standen den rund achtzig interessierten Bürgerinnen und Bürger, darunter auch zahlreiche Kommunalpolitiker, Rede und Antwort. Zudem hatten sie genügend Informationsmaterial habe. Dankenswerterweise beteiligten sich das Erzählcafé aus Mengsberg, der Seniorentreff B mit den Helferinnen aus Momberg, Damen aus Speckswinkel, die Freiwilligenagentur, die Seniorenwohnanlage Wiesenhof, 3 x 20 plus und minus, WBC – Wohnen für Senioren, das Fitness Studio Good Life, die Hausengel, der VdK, die Bürgerhilfe Mardorf, die Altenhilfe Schwalmstadt, der Kreisseniorenrat, der Pflegestützpunkt Ostkreis, die Alzheimer-Gesellschaft und das Soziale Netzwerk Kirchhain. Die Anwesenden nutzten die Gelegenheit, mit den Ausstellern ins Gespräch zu kommen und vielfältige Themen zu erörtern.
Bürgermeister Thomas Groll ging gemeinsam mit Landrätin Kirsten Fründt von Stand zu Stand und dankte allen für ihre aktive Unterstützung der Veranstaltung.
In seiner Einführung stellte Groll anschließend die Bedeutung einer zukunftsgerichteten und bedarfsorientierten Seniorenarbeit für Neustadt heraus. In der Kommune seinen 2.400 Menschen – über 25 % - älter als sechzig Jahre. 1.300 Einwohner – rund 15 % - haben das 70. Lebensjahr bereits überschritten. Hierauf, so der Bürgermeister, müsse die Kommunalpolitik reagieren. Dabei müsse man berücksichtigen, dass sich die Erwartungen der Senioren in den letzten Jahrzehnten doch erheblich verändert hätten. Bedeutsam für die künftige Arbeit sei ihm der Einbezug der Betroffenen, denn eine Planung am „grünen Tisch“ genieße bei weitem nicht die Akzeptanz wie ein Konzept, das man im Miteinander erstellt habe. Aus diesem Grunde wurde im Frühjahr eine Bürgerbefragung durchgeführt und es fanden Informationsveranstaltungen in der Kernstadt und den Stadtteilen statt. Bürgermeister Groll dankte dem Landkreis für die finanzielle Förderung und Martina Berckhemer von der Stabsstelle Älter werden für die konstruktive Begleitung in den letzten Monaten.
Landrätin Kirsten Fründt begrüßte ausdrücklich das Engagement der Kommune. „Sie haben vor Ort die Zeichen der Zeit erkannt und wollen den Demographischen Wandel aktiv gestalten“, stellte sie anerkennend fest. Dazu bot sie auch weiterhin die Unterstützung des Landkreises an. Fründt hob hervor, dass die Erstellung des Altenhilfekonzepts in das Städtebauförderungsprogramm Soziale Stadt eingebunden sei. „In Neustadt denkt man nicht in einzelnen Schubladen, sondern sieht Zusammenhänge und verbindet Themen miteinander. Dies ist wichtig für den Erfolg des Vorhabens“, so die Landrätin. Sie verwies auf positive Beispiele im Kreisgebiet, von denen man durchaus lernen könne. Auch die Wichtigkeit der ehrenamtlichen Mitarbeit wurde von Kirsten Fründt herausgestellt. Sie ermutigte die Neustädter abschließend den eingeschlagenen Weg konsequent weiterzugehen.
Heike Brandt und Elena Hansjürgens vom Kasseler Büro für Stadtplanung und Regionalentwicklung akp stellten im weiteren Verlauf des Abends die Konzeptergebnisse näher vor. Als Handlungsschwerpunkte haben sich die Themen Versorgung und Mobilität, Tages- und Kurzzeitpflege, Barrierefreiheit, niedrigschwellige Hilfen/Entlastung von Angehörigen, Schaffung eines ehrenamtlichen Netzwerkes und Freizeit-Vereine/Kommunikation-Begegnung herausgestellt. Dabei gebe es durchaus Unterschiede in der Betrachtung zwischen der Kernstadt und den drei Stadtteilen. Als sinnvoll sehen die Planerinnen die Schaffung einer kommunalen Koordinierungsstelle im Bereich der Altenhilfe an. Diese könne koordinieren, vernetzen und als Ansprechpartnerin zur Verfügung stehen.
Dieter Kurth stellte den Zuhörerinnen und Zuhörern die Arbeit des Pflegestützpunktes Ost in Stadtallendorf näher vor. Dieser fungiere als Ansprechpartner bzw. Beratungsstelle für alle Fragen rund um das Thema Pflege.
Christina Stettin erläuterte die Arbeit der Bürgerhilfe Mardorf. Seit 2009 ist im Amöneburger Stadtteil ein beeindruckendes Beratungs- und Hilfsangebot für Senioren geschaffen worden. Ziel der Bürgerhilfe, die entscheidend von ehrenamtlich tätigen getragen wird, ist es den Menschen mit Hilfebedarf so lange wie möglich ein Leben in seiner vertrauten Umgebung zu ermöglichen.
Bürgermeister Thomas Groll verwies anschließend darauf, dass diese Veranstaltung nur ein Zwischenschritt auf einem langen Weg sei, denn man nun antreten wolle. Für den 12. September, 16.00 Uhr, kündigte er eine Impulsveranstaltung für alle an der Thematik Interessierten im „Haus der Vereine“ an. Zunächst sollte man aus seiner Sicht mit kleinen, aber rasch umsetzbaren Schritten beginnen. Nach erfolgtem Neubau des „Hauses der Begegnung“ soll dort ein Familien- und Generationenzentrum von 0-99 entstehen, dass sich auch intensiv mit der Seniorenarbeit bzw. Angeboten für die Generation 60plus befassen soll. Aus kommunalpolitischer Sicht sei es wichtig, in den nächsten Jahren Fortschritte bei den Themen Wohnen für Senioren und Tagespflege zu erzielen. Hier gebe es erste Überlegungen, aber wie so oft gelte der Ausspruch „gut Ding braucht Weile“, so der Bürgermeister.
Thomas Groll zeigte sich optimistisch, dass man die anstehenden Aufgaben meistern könne. Er lud alle Interessierten zur Mitarbeit ein, denn nur gemeinsam könne man Zukunft gestalten.