Anfang Dezember beschloss die Verbandsversammlung des Müllabfuhrzweckverbandes Biedenkopf, dem seit 1.1.2019 auch die Stadt Neustadt (Hessen) angehört, eine Gebührenerhöhung.

Die Gebührensituation in einer Übersicht: s. Bild

Verbandsvorsteher Christoph Felkl, Bürgermeister der Gemeinde Breidenbach, wies darauf hin, dass die letzte Erhöhung im Jahre 2006 war. 2013 und in den Folgejahren seien sogar die Gebühren reduziert worden. Möglich war dies durch angesammelte Rücklagen und die Erzielung hoher Papiererlöse. Die Rücklagen sind mittlerweile aufgebraucht und die Papiererlöse in einen negativen Bereich gefallen. So gibt es mittlerweile ein Einnahmeminus von rund 600.000 Euro in diesem Bereich zu verzeichnen. Dies rühre in erster Linie daher, dass die Volksrepublik China – Hauptabnehmer des Altpapiers – die Geschäfte beendet habe und in zweiter Linie daran, dass die Digitalisierung weiterhin auf dem Vormarsch sei und somit weniger grafische Papiere produziert werden, so die Leiterin der Geschäftsstelle des Müllabfuhrzweckverbandes Anja Reichel.

Neustadts Bürgermeister Thomas Groll kann das Vorgehen des Müllabfuhrzweckverbandes nachvollziehen.

„Es ist immer wichtig, rechtzeitig zu handeln und keine Unterdeckungen hervorzurufen. Wenn wir 2019 nicht dem Verband beigetreten wären, sondern den Müll weiterhin in Eigenregie betrieben hätten, dann wäre der „Gebührenhammer“ noch deutlich höher ausgefallen. Dadurch dass wir nunmehr in einer großen Gemeinschaft dabei sind, wurde dies vermieden.“

Der Müllabfuhrzweckverband Biedenkopf geht zudem davon aus, dass 2021 in Neustadt eine gelbe Tonne eingeführt wird.