Im Herbst 2017 wurden die Neustädter Stadtteile Mengsberg, Momberg und Speckswinkel nach einer intensiven Bewerbungsphase von Hessens Umweltministerin Priska Hinz in das Dorfentwicklungsprogramm des Landes aufgenommen.

Anschließend wurde unter Federführung des Kasseler Büros für Stadt- und Regionalentwicklung akp und unter Einbezug interessierter Bürgerinnen und Bürger ein Integriertes Entwicklungskonzept (IKEK) erstellt. Dieses bildet die Basis für das weitere Vorgehen und verfolgt einen gesamtkommunalen Ansatz, d. h. es wird die gemeinsame Entwicklung der Kernstadt und der Stadtteile angestrebt und keine „Insellösungen“. Bürgermeister Thomas Groll sprach seinerzeit davon, dass man über den Tellerrand des jeweiligen Dorfes schauen müsse, wenn man erfolgreich sein wolle. Ziel der Dorfentwicklungsmaßnahme ist es Mengsberg, Momberg und Speckswinkel als attraktive Wohngemeinden weiterzuentwickeln und damit fit für die Zukunft zu machen.

Nachdem die Wirtschafts- und Infrastrukturbank Hessen im Frühjahr 2019 das IKEK genehmigte, konnte man von der Konzept- in die Förderphase wechseln.

Seitdem seien, so Bürgermeister Thomas Groll, im kommunalen Bereich zehn Vorhaben bewilligt worden mit zuwendungsfähigen Ausgaben von insgesamt 742.000 Euro. Dies entspricht einem Zuschussbetrag seitens des Landes in Höhe von 643.000 Euro.

Bewilligt und umgesetzt wurden u.a. eine Revitalisierungsstudie für den Ortskern von Speckswinkel, der Bau eines Spielplatzes im partizipativen Verfahren in Mengsberg und Machbarkeitsstudien für den Umbau des alten Kindergartens in Momberg zu einem multifunktionalen Haus und für ein Gemeinschaftshaus in Mengsberg. Bewilligt und ab dem Frühjahr umgesetzt werden sollen die Fassadensanierung des Mengsberger Backhauses und der Umbau des alten Kindergartens in Momberg.

Die zuständige Sachbearbeiterin des Fachdienstes Kreisentwicklung beim Landkreis Marburg-Biedenkopf, Mena Söhlke, sprach aufgrund der Zahlen von einem sehr guten Belegungsstand, der verdeutliche, dass es sich bei der Stadt Neustadt um eine sehr rege Kommune handele. Worte, die Bürgermeister Thomas Groll natürlich erfreuten. Er griff den Ball auf und dankte Söhlke für ihre aktive Unterstützung bei Planung, Beantragung und Umsetzung der einzelnen Projekte. Der Bürgermeister hob zudem den Einsatz der Ortsvorsteher, des Dorfentwicklungsbeirates und von Guendalina Balzer von der Stadtverwaltung hervor, sie alle hätten Anteil an der positiven Entwicklung.   

Neben kommunalen Projekten werden auch private Vorhaben in den drei Dörfern gefördert. Architekten Monika Heger führte bisher rund vierzig Beratungsgespräche durch. Bisher konnten neun Vorhaben bewilligt werden mitzuwendungsfähigen Ausgaben in Höhe von 636.000 Euro, was einem Zuschussbetrag von 214.000 Euro entspricht.

 „Fast 1,8 Mio. Euro – mit einem Zuschussvolumen von rund 860.000 Euro – wurden und werden im Rahmen der Dorfentwicklungsmaßnahme investiert. Das sind beachtliche Zahlen. Sie zeigen auf, dass die Anmeldung für dieses Förderprogramm richtig war und dass auch in unseren Stadtteilen erhebliche Mittel investiert werden“, betont Bürgermeister Thomas Groll.

Er verwies zudem darauf, dass weitere Fördergelder folgen werden, schließlich laufe die Dorfentwicklungsmaßnahme noch bis 2024.

Kommunale Schwerpunkte für die kommenden Jahre seien Maßnahmen zur Wiederbelebung der Ortsmitte von Speckswinkel und die Schaffung barrierefreier Gemeinschaftsräume für Mengsberg. Beide Projekte sollen nach dem Willen des Bürgermeisters in 2021 vorangetrieben werden.

Groll strebt an, dass bis Ende 2024 rund 3,5 Mio. Euro in Neustadts Stadtteile investiert werden. Damit würde dann der Slogan „Unser Dorf hat Zukunft“ nicht nur in Wettbewerben, sondern auch „in der Realität“ mit Leben erfüllt.