Siebenhundertfünfzig Jahre

Manch Mann hat nicht so viel Haare

Lasst erklingen die Fanfare

Hut ab und Gott bewahre

Zwei Worte brauch ich; Heu, Blatt

Für einen Reim auf Neustadt

Für ein Gedicht in Moll und Dur

Für’s Zentrum für Bürger und Kultur

Im Geschichtsbuch wird verkündet

Ludwig, Graf von Ziegenhain

Hat die Stadt gegründet

Nicht nur zum Glücklichsein

Man wird zum Sympathisanten

Erklär‘ ich der Brigitte

Ob der vielen Diamanten

In Neustadts alter Mitte

Die Fachwerkhäuser aus Holz, Lehm, Stein

Das ist schon eine Augenweide

Das alte Rathaus, was für ein Design

Beglückend, auch das Zweite, alle beide

Ein jeder glaubt er spinne

Enorm dieser Bau in Kreisesform

Einfach ein Fest für die Sinne

Das ist einzig, nicht die Norm

Der widersteht jedem Sturm

Dieser Junker-Hansen-Turm

Du daneben bist ein Wurm

Im Turm hauste Junker Hans

Ritterhaft in Pracht und Glanz

Er war mit dem Teufel im Bunde

Einen Goldschatz gab’s zur Geisterstunde

Bis heute sucht man den vergebens

Das ist die Tragik des Lebens

Neustadt an der kleinen Wiera

Hier heißen viele Frauen Mira

Ich nehme es zumindest an

Weil ich’s ja nicht wissen kann

Man möchte ein Hecht sein

Trotz Weh und Ach und Gelach

Sehr bissig und echt sein

Doch dafür ist die Wiera zu flach

Manches int’ressiert nicht im Geringsten

Ruhig ist’s; eben ein Kleinstadtleben

Anders als die Trinitatis-Kirmes nach Pfingsten

Nebenbei, Marburg liegt nicht weit daneben

Neustadt hat nicht nur einen großen Sohn

Nein viele groß gewachsen und Coole

Um sie zu sehen, diese Generation

Frequentiere die Gesamtschule

Und in der näheren Umgebung

Erfährt man eine Neubelebung

Speckswinkel heißt der kleine Ort

Hier liebt man das geschrieb’ne Wort

Und hat noch Spaß am Spaße

„Buchseite“ ist der Name einer Straße

Man merke sich manche Adressen

Auch die von Neustadt in Hessen

Diese Stadt kann man nicht links liegen lassen

Man würd‘ viel zu viel verpassen