Bürgermeister Groll und Stadtverordnetenvorsteher Michels

„Begrüße das neue Jahr vertrauensvoll und ohne Vorurteile,

dann hast Du es schon halb zum Freunde gewonnen“

Novalis, Georg v. Hardenberg, (1772-1801), Schriftsteller und Philosoph

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

wir stehen in wenigen Tagen am Anfang eines neuen Jahres. Was wird es uns bringen? Wird uns das Schicksal fordern, wird das Schwere überwiegen oder sind es die schönen und bereichernden Erlebnisse, die mehr Gewicht erhalten? Offene Fragen gibt es viele, einfache Antworten darauf praktisch keine.

Daher das wichtigste zuerst: Wir wünschen Ihnen und Ihren Familien für 2018 von Herzen alles Gute, beste Gesundheit und natürlich auch Glück.

Mögen sich Ihre Hoffnungen erfüllen und die kommenden zwölf Monate daneben noch zahlreiche freudige Überraschungen für Sie bereithalten.

Novalis, einer der bedeutendsten Vertreter der deutschen Frühromantik, hat Recht: Gehen wir das neue Jahr mit Zuversicht an, mit Vertrauen; persönlich mit Bezug auf unseren privaten Bereich und auch als Bewohnerinnen und Bewohner unserer Heimatstadt Neustadt.

Wenn wir als örtliche Gemeinschaft auf das nun zu Ende gehende Jahr zurückschauen und Ausblick halten, dann haben wir allen Grund zur Zufriedenheit und zum Optimismus.

Neustadt, Mengsberg, Momberg und Speckswinkel entwickeln sich positiv. Wir  starten von einer sicheren Basis aus in das neue Jahr. Unsere Kommune wird in der Region als innovativ wahrgenommen, als ein Ort, wo sich etwas bewegt, wo Zukunft aktiv gestaltet wird. Aber auch als ein Ort, der sich Herausforderungen, wie der Aufnahme und Integration von Geflüchteten, stellt. Wo nicht gejammert, sondern gehandelt wird.

Die Damen und Herren in Stadtverordnetenversammlung, Magistrat und Ortsbeiräten sehen es dabei als ihre gemeinsame Aufgabe an, die Lebensqualität in unserer Heimatstadt Schritt für Schritt zu verbessern.

Das Ziel ist klar: Neustadt (Hessen) soll eine Wohnstadt sein, in der sich Jung und Alt wohlfühlen und gerne leben.

Um dies zu erreichen, wurden und werden zahlreiche Initiativen gestartet. In den kommenden Jahren können wir zudem Millionenbeträge in die Verbesserung der kommunalen Infrastruktur investieren. Das Motto lautet dabei „Neustadt 2025 – Wir schaffen das!“.

Nachdem die Kernstadt bereits 2015 in das Städtebauförderungsprogramm „Soziale Stadt“ aufgenommen wurde, werden die drei Stadtteile zukünftig vom Dorfentwicklungsprogramm profitieren.

Unser Dank gilt Bund, Land und Kreis, welche die Kommune mit erheblichen Fördermitteln unterstützen. Was nutzen die besten Ideen ohne die finanziellen Möglichkeiten, sie umzusetzen?

Mit Geduld und Beharrlichkeit, aber auch Selbstvertrauen werden wir den eingeschlagenen Weg fortsetzen. Wir laden alle ein, sich hierbei konstruktiv einzubringen. Mitmachen und nicht miesmachen, schließlich geht es um unsere Heimatstadt.

Ein Wort des Dankes gilt zum Jahreswechsel allen, die Tag für Tag ihren Beitrag leisten für den Zusammenhalt unserer Gesellschaft, für Ausgleich, Fortschritt und Offenheit.

Eine große Bedeutung kommt dabei dem ehrenamtlichen Einsatz zu. Eine Gemeinschaft funktioniert nur dann, wenn wir uns alle immer wieder fragen, was wir für unser Land, für unsere Kommune, tun können. Jeder nach seinen Möglichkeiten und Kräften. Miteinander und Füreinander, das sind die entscheidenden Grundlagen für eine gute Zukunft.

„Dankeschön“ allen Ehrenamtlern: In den Vereinen und Kirchengemeinden, den Freiwilligen Feuerwehren und Hilfsorganisationen, der Kinder-, Jugend- und Seniorenarbeit, aber auch der Kommunalpolitik. Machen Sie bitte weiter, wir brauchen Sie.

Im Kleinen blicken wir auf ein gutes Jahr 2017 zurück. Im Großen hingegen brodelt es ringsherum. Rußland, Türkei, Nordkorea, Trump, Brexit, Kriege, Terrorismus … - diese Aufzählung ließe sich (leider) fortsetzen.

War Deutschland bisher ein stabiler Faktor in der Welt, so ist auch hier seit der Bundestagswahl vom 24. September einiges ins Wanken geraten. Stabilität und Vertrauen scheinen zumindest teilweise verloren gegangen zu sein.

Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat sicher recht, wenn er davon sprach, dass sich unser Land in einer Bewährungsprobe befindet und nicht in einer Staatskrise. Gleichwohl erscheint es notwendig, dass alsbald eine Bundesregierung gebildet werden kann, damit die drängenden Aufgaben angegangen werden können.

2018 erinnern wir uns nicht nur an eines der dunkelsten Ereignisse der deutschen Geschichte, die Pogromnacht von 1938 mit der Zerstörung der jüdischen Synagogen, sondern auch an Meilensteine des Wiederaufbaues nach dem II. Weltkrieg: 1948, vor siebzig Jahren, wurde die D-Mark eingeführt und der Parlamentarische Rat begann unter der Präsidentschaft von Konrad Adenauer mit der Ausarbeitung des Grundgesetzes. Bewahren wir dieses kostbare Erbe und geben es der nächsten Generation weiter.

Ihnen allen, liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger, wünschen wir ein frohes Weihnachtsfest. Mögen Sie in den Tagen zwischen den Jahren ein wenig Ruhe finden, um sich dann mit frischer Kraft den Aufgaben des Jahres 2018 zu stellen.

Thomas Groll

Bürgermeister

Franz-W. Michels

Stadtverordnetenvorsteher