In den letzten Tagen mehren sich Sichtungen des Eichenprozessionsspinners im ganzen Stadtgebiet. Innerorts bekämpfen wir die Raupen und entfernen die Gespinstnester. Die Verbreitung ist aktuell aber so intensiv, dass es uns nicht möglich ist, an allen Fundorten gleichzeitig die Bekämpfung vorzunehmen. Es ist uns auch nicht möglich, alle Gespinstnester im Außenbereich zu beseitigen.
Die Raupen des Eichenprozessionsspinners haben zu Ihrer Verteidigung mit Giften (Thaumetopoein) versehene Härchen, die sie auch in die Gespinstnester einbauen. Der Mensch erleidet durch Kontakt mit den Härchen allergische Reaktionen, die je nach Schwere bis zum Tod durch Ersticken führen können. Die Härchen bleiben über einen langen Zeitraum (bis zu sieben Jahre) gefährlich, d.h. auch bereits verlassene Gespinstnester oder (tote) Raupen stellen eine Gesundheitsgefahr für Menschen und Tiere dar. Die in den Nestern enthaltenen Härchen können auch durch Wind verbreitet werden. Daher: Bitte meiden Sie die Raupen sowie die Gespinstnester des Eichenprozessionsspinners in jedem Zustand (also auch auf dem Boden liegende Nester) unbedingt und halten Sie ihre Kinder und Hunde davon ab, sie zu berühren oder zu dicht heranzugehen. Bei Kontakt mit den Härchen unbedingt einen Arzt aufsuchen.
Sollten Sie Gespinstnester auf Ihren privaten Grundstücken vorfinden, warnen wir davor, die Bekämpfung eigenhändig durchzuführen. Insbesondere ist Abflämmen keine gute Idee - die Härchen verbrennen nicht und durch den Druck der Flamme (z. B. Gasbrenner) werden die Härchen im Umfeld verteilt. Bewährt hat sich das Verkleben mittels eines speziellen Schaums und Absaugen. Solche Bekämpfungsmaßnahmen sollten aber geschultem Personal von Schädlingsbekämpfungsunternehmen überlassen werden.
Wenn Sie Vorsorge treffen wollen, können Sie mit dem Anbringen von Meisen-Nistkästen bei der Bekämpfung helfen. Meisen, insbesondere Kohlmeisen und Blaumeisen, sind natürliche Fressfeinde des Eichenprozessionsspinners. Sie fressen die jungen Raupen im frühen Larvenstadium, bevor diese ihre gefährlichen Brennhaare ausbilden, und verfüttern sie an ihre Brut. Dadurch tragen sie effektiv zur natürlichen biologischen Schädlingsbekämpfung bei.
Neustadt (Hessen), 18.06.2026
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STADT NEUSTADT (HESSEN) DER MAGISTRAT Thomas Groll Bürgermeister |








